Historie Bahnhof Oberkochen

   
 

Eisenbahn:
1835 fuhr in Deutschland die erste Eisenbahn. Bereits 30 Jahre später war auch Oberkochen als Bahnstation auf der Strecke Aalen- Heidenheim-Ulm an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Im Juli 1863 begann der Eisenbahnbau in Oberkochen mit dem Abstecken der Trasse. Für dieses Vorhaben wurde der sagenumwobene „Engelstein“ in einer spektakulären Aktion gesprengt. Da der Bahnhof außerhalb des Dorfes lag, musste er durch eine neue Straße an den Ort angebunden werden. Die Bahnhofstraße wurde 1863 erstellt und an die Heidenheimer Straße (früher Langgasse) angebunden.

Am 15.9.1864 konnte der Eisenbahnabschnitt eingeweiht werden und hatte somit größte Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung von Oberkochen. Über Züge wurden die Holzstämme, die mit dem Kuhwagen bis zum dortigen riesigen Holzlager gebracht wurden, abtransportiert. Das Holzlager befand sich unmittelbar neben dem Bahnhof und dessen Güterschuppen (heute Netto- Markt) und reichte bis zum Gelände der Fa. Günter und Schramm.

 

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Architekt Georg (von) Morlok:
Georg von Morlok (20.1.1815 – 17.6.1896) war ein württembergischer Architekt und Eisenbahningenieur. Er leitete in den 1850er bis 1870er Jahren den Bau zahlreicher Bahnstrecken.
Morlok war Architekt mit Ingenieurskenntnissen. Neben dem Eisenbahnbau widmete er sich auch dem Bau von Kirchen (z.B. katholische Kirche Aalen) und Wohnhäusern, wo er den Historismus als bevorzugte Stilrichtung ausleben konnte. Trotz seiner gehobenen Position als Oberbaurat übernahm er selbst den Entwurf vieler Empfangsgebäude entlang der erbauten Bahnstrecken, so auch alle Bahnhöfe auf der Brenzbahnstrecke zwischen Aalen und Ulm.

 

Grundbuchauszug aus dem Jahre 1905 als PDF (472KB)

 

 

Bahnhof Oberkochen (1905)

 

Erweiterungsbauten:
Der von Morlok erbaute Oberkochener Bahnhof wurde im Laufe der Jahre mit einem größeren Wartesaal in nordöstlicher Richtung und einem Fahrdienstleiterraum in südwestlicher Richtung erweitert. Im Jahre 1972 wurde dann dieses Gebäude aus dem Denkmalschutz entlassen und mit hässlichen Eternitplatten verkleidet, um die Kosten für einen neuen Außenputz zu sparen. Damit die Wandverkleidung passte, wurden leider die Sandsteinbrüstungen zwischen dem EG und OG abgeschlagen und Rundbogenfenster begradigt.

 

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BHF Oberkochen mit Güterschuppen 1962

 

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Stilllegung des Gebäudes als Fahrkartenausgabe:
Über 140 Jahre war dieses Gebäude u.a. Treffpunkt der Jugend und Aufwärmplatz für viele Leute, denn der „Wartesaal“ war immer gut geheizt. Nach der Schließung der Fahrkartenausgabe im Jahre 2004 wurde der stillgelegte Bahnhof unter anderem auch als Beobachtungsstützpunkt der Kriminalpolizei Aalen für operative Maßnahmen in einem anhängenden Ermittlungsverfahren benutzt.

Besitzerwechsel des Empfangsgebäudes:

Die Verhandlungen über einen Erwerb des Gebäudes liefen über 2 Jahre (2005 bis 2007), vor allem das Vorhaben „Wintergartenbau unterhalb des Bahnhofvordaches“ bereitete den Bahnverantwortlichen einiges Kopfzerbrechen, weil die 18 Meter lange Glasfront nur 150 cm von den Gleisen entfernt erstellt werden sollte. Im November 2007 wurde dann der Bahnhof von der Stadt Oberkochen erworben und im selben Atemzug an Franz Rank weiterverkauft. Auch diese, von der Bahn geforderte Vorgehensweise des Verkaufs lässt erkennen, warum die Verhandlungen schwierig und manchmal unlogisch waren und immer wieder ins Stocken geraten sind.

Der Bahnhof wird zum Bistro/Cafe:

Mit Erteilung der Baugenehmigung im Januar 2008 begann der umfassende Umbau des Gebäudes und die Umnutzung. Im April 2009 wurde nach 15 Monaten Bauzeit das Cafe/Bistro von Sandra Borstdorf aus Oberkochen eröffnet.

 

 

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